Pesso-Therapie PBSP

Was ist Pesso Boyden System Psychomotor?

von Barbara Fischer-Bartelmann (Heidelberg), meiner sehr geschätzten Lehrerin

PBSP ist eine weltweit verbreitete Methode der Psychotherapie und des emotionalen Wachstums, entwickelt von Albert Pesso und Diane Boden Pesso.Sie ist bei einem weiten Spektrum von psychologischen und emotionalen Anliegen hilfreich und ermöglicht auf einzigartige Weise,

  • unerfüllte Bedürfnisse aus der frühen Kindheit symbolisch zu befriedigen (die grundlegenden Entwicklungsbedürfnisse nach Platz, Nahrung, Unterstützung, Schutz und Grenzen), um gegenwärtige Beziehungen hiermit nicht mehr zu belasten;
  • die Konsequenzen von Störungen im Familiensystem aufzuheben (die unerkannt aber machtvoll dazu führen, dass Teile der eigenen Seele aufgegeben werden, um Brüche im Netzwerk der Familie zu füllen), um die Fähigkeit zur Lebensfreude wiederzuerlangen;
  • die vielschichtigen Schädigungen durch traumatische Ereignisse, seelischen oder sexuellen Missbrauch oder Gewalt zu heilen.

Durch die besonderen Techniken dieser Methode ist es möglich, sich von den lebenslang nachwirkenden Folgen einer beeinträchtigenden Lebensgeschichte zu befreien.Als „Antidot“ dazu werden neue, lebensbejahende symbolische Erinnerungen konstruiert. Diese heilenden Bilder und Erfahrungen werden sorgfältig und individuell entworfen und so installiert, als ob sie in der tatsächlichen Vergangenheit erlebt worden wären.

Auf diesem neuen Hintergrund wird es möglich, die Gegenwart zufriedener, sinnvoller, froher und in besserem Kontakt mit anderen zu erleben. Anstelle der alten Verletzungen werden nun diese positiven Erinnerungsbilder zum prägenden Vorbild einer Zukunft, die hierdurch mit Hoffnung erwartet und befriedigend gestaltet werden kann.

Wie wird gearbeitet?

Hinführende Übungen ermöglichen Erfahrungen mit den Bewegungs- und Ausdrucksweisen des eigenen Körpers und mit der psychologischen Bedeutung von Abstand und räumlicher Anordnung. Beide sind wesentliche Elemente der therapeutischen Arbeit in „Strukturen“.In einer Struktur hat der Klient die Gelegenheit, mit Begleitung der Therapeutin eine schwierige gegenwärtige Situation oder eine persönliche Frage zu bearbeiten. Dies geschieht in vier Schritten:

  • Die erlebte gegenwärtige Situation wird zunächst in all ihren äußeren und inneren Aspekten umfassend ergründet und in ihrer seelischen „Architektur“ im Raum anschaulich gemacht. In Einzel- wie in Gruppentherapie können hierfür (und weiter in allen anderen Phasen der Struktur) Objekte verwendet werden; in Gruppen stehen zusätzlich die anderen Teilnehmer als Rollenspieler zur Verfügung.
  • Oft wird aus dem Verstehen des gegenwärtigen Konflikts spontan die Verbindung zur Lebensgeschichte deutlich. Die Wahrnehmungsmuster und Verhaltensstrategien der Gegenwart sind unweigerlich geprägt von Erinnerungen an Erfahrungen mit den damaligen Bezugspersonen.
  • Die Kenntnis dieser hinderlichen frühen „Programmierung“, aber auch die Weisheit des Körpers mit seinen unwillkürlichen, im Dienste der Seele stehenden Impulsen und Empfindungen, ermöglicht die Konstruktion einer heilenden Szene, die diese Lebensgeschichte korrigiert: das symbolische Erleben genau dessen, was damals stattdessen notwendig gewesen wäre, wenn nämlich „ideale“ Bezugspersonen dem Klienten als Kind in seinen Anlagen wahrhaftig entsprochen hätten.
  • Diese Erfahrung heilender Interaktion wird mit allen Sinnen aufgenommen und wirkt tief befreiend. Sie erweitert die Wahrnehmung heutiger Situationen und setzt die innersten Kräfte frei zu (sich oft spontan einstellenden) Schritten der Selbst-Verwirklichung im Hier und Jetzt.

DSC_0305 Petra mit MuschelDSC_0317 Muschelfamilie